"Der
höchste Grad aller Arzeney ist die Liebe"
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Aeskulap
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Hippokrates
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Paracelsus
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Albrecht
von Haller
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Hahnemann
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Die Geschichte der Medizin ist eine lange Reise von Dogmatismus, Macht und Profit Der wissenschaftliche Aspekt spielte dabei leider meist nur eine vordergründige Rolle. |
Zum
Gedenken an
Aureolus Philippus Theophrastus Bombastus
Paracelsus von Hohenheim
1494
- 1541
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"Paracelsus
war ein Geist, wie er typisch ist für eine
grosse Übergangszeit...
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"Die
Medizin soll auf Wahrheit und nicht auf Wortklauberei gestellt sein" Paracelsus
ist 1493, vermutlich gegen Jahresende oder Anfang 1494, |
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1502
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Villach,
Österreich
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sein
Vater wird Stadtarzt. Paracelsus
findet in Kärnten seine Grundausbildung in Klosterschulen und in Laboratorien von Metallhütten. |
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1509
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Wien
und Bologna
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Paracelsus
verlässt Villach um
an verschiedenen Hochschulen zu studieren. |
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1513-1515
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Ferrara
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Paracelsus
studiert und promoviert
zum Doktor der Medizin. "Doctor beider Arzneyen" |
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1516-1524
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rastlose
Wanderschaft
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durchstreift
mehrere Länder Europas
als Wundarzt an verschiedenen Kriegsschauplätzen. Er erweitert seine "alchymistisch-pharmakologischen" Kenntnisse. |
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1516
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Venedig,
Bologna, Florenz, Siena, Rom.
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1517
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Capua,
Neapel, Salerno, Sizilien, Genua,
Marseille, Montpelier. |
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1518
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Barcelona,
Granada, Cordoba, Sevilla, Lissabon,
Santiago de Compostela, Leon, Salamanca, Valladolid, Zaragoza, Toulouse, Paris. |
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1519
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Feldarzt
am Niederländischen Krieg und Reisen
durch das nordwestliche Europa. |
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1520
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Dänischer
Feldzug gegen Schweden
und Wanderungen gegen Osten. |
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1521
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Litauen,
Polen, Ungarn und Teile des Balkans.
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1522
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Kroatien,
Venedig, Griechenland.
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1523
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Mazedonien,
Dalmatien und Istrien.
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1524
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Villach,
Salzburg - wird als Sympathisant
aufständischer Bauern vertrieben. |
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1525
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Deutschland:
Ingoldstadt,
Ulm,
Tübingen, Rottweil, Freiburg im Breisgau,
und das Kloster Hirsau im Schwarzwald. |
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1526
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Strassburg,
hier erwirbt er
das
Bürgerrecht und die Zunftmitgliedschaft.
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1527
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Basel,
Stadtarzt mit Vorlesungsrecht an der Universität Basel.
Er gewinnt Anerkennung durch erfolgreiche Behandlungen an Johannes Froben und Erasmus von Rotterdam. Er nutzt die Gelegenheit, seine für die damalige Zeit revolutionären medizinischen Anschauungen öffentlich - und erstmals in deutscher Sprache - vorzutragen! Am Johannistag, 24. Juni, verbrennt er ein Lehrbuch der scholastischen Medizin; dazu kommen Anfeindungen der Kollegenschaft, die Paracelsus zur Aufgabe seiner Tätigkeit zwingen. |
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1528
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Flucht
aus Basel nach Mülhausen, Ensisheim,
Colmar, Esslingen. Beschäftigung mit der "Zeitkrankheit", der Syphilis. |
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1529
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Esslingen,
Nürnberg
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Druck
der "Syphilis Schriften"
und dem "Spitalbuch". |
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In
einem politisch-astrologischen
Schriftwerk taucht erstmals das Pseudonym "Paracelsus" auf. |
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1530
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Leipziger
Ärzte nehmen Partei gegen "Paracelsus"
und er muss Nürnberg verlassen. |
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Beratzhausen,
Regensburg, Nördlingen, St. Gallen.
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1531
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St.
Gallen
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"Paragranum",
"Opus Paramirum",
"Von den unsichtbaren Krankheiten". Diese Werke wurden für die Frühgeschichte der Psychiatrie und Psychopathologie von Bedeutung. |
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1532
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Alpentäler
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Behandelt
als Laienprediger
Berufskrankheiten der Bergleute. |
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1534
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Tirol,
Vorarlberg, Innsbruck, Sterzingen am Brenner.
"Büchlein von der Pest". |
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1535
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Veltlin,
St. Moritz, Bad Pfäffers, Bodensee,
Allgäu, Kempten, Memmingen. |
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"Heilkraft
von Thermalquellen"
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1536
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Memmingen,
Mindelheim, Ulm, Augsburg, München.
"Die grosse Wundarznei". |
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1537
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Eferding,
Mährisch-Kronau "Philosophia Sagax",
"Astronomia Magna". |
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1538
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Mähren,
Wien, Villach, Klagenfurt. "Defensiones septem",
"Labyrinthus medicorum errantium", "Buch von den tartarischen Krankheiten". |
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1540
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Kärnten
seit zwei Jahren ansässig als Arzt und als
medizinischer und theologischer Schriftsteller. Er wird vom Fürstenbischof nach Salzburg berufen. |
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1541
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24.
September, Paracelsus stirbt in Salzburg
und wird auf dem Armenfriedhof St. Sebastian begraben. Sein Grabmal steht heute in der Vorhalle der St. Sebastianskirche. |
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Keiner sei einem anderen,
der sein eigener sein kann.
Alteris non sit
qui suus esse potest.
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In
der Zeit, als Paracelsus (Philosoph, Mediziner, Astronom, Theologe,
Alchemist,
Spagyriker und Kabbalist) lebte, war die Welt in grösster Veränderung: Kolumbus entdeckte Amerika, Zwingli und Luther reformierten den Glauben, Erasmus von Rotterdam entwickelte die humanistische Philosophie, Michaelangelo die bildende Kunst, Galileo Galilei und Kopernikus entdeckten das Sonnensystem, welches die Erde aus dem Mittelpunkt verdrängte, Andreas Vesal drang in die Anatomie ein und Paracelsus erweiterte die Medizin. Die geistige Revolution war in vollem Gange, sämtliche Weltbilder stürzten ein und keine Ordnung hielt den sprunghaften Entwicklungen dieser Zeit stand. Hier wird Jakob Sarasins Gold gemacht Alchemistisches Laboratorium in Basel, 1778 Paracelsus Leitmotiv war es, nichts zu glauben und als gegeben hinzunehmen, in die Aussenwelt vorzudringen um neue Erkenntnisse durch eigene Anschauung und Erfahrung zu bereichern und keine bestehende Autorität unbezweifelt zu lassen. Seine Maxime war Selbständigkeit und Unabhängigkeit, welcher er Zeit seines Lebens bis ins Kleinste treu blieb und sich dadurch unzählige verunsicherte Feinde einheimste. Er blieb bis zu seinem Tode ein Einzelkämpfer, fühlte sich allein und fremd und anders und war dauernd auf Wanderschaft, Suche und Flucht. ![]() Paracelsus mit dem Stein der Weisen "Dass ich mich keiner Rhetorik noch Subtilitäten berühmen kann, sondern nach der Zungen miner Geburt und Landes spreche, der bin ich von Ainsiedeln, des Lands ein Schweizer." |
Anekdoten
über Paracelsus
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,,Als er einmal zum Römischen Kaiser und König von Böhmen und Ungarn gerufen wurde, der schon den zwölften Tag an einer schweren natürlichen, aber den Aerzten unbekannten Krankheit stöhnend darniederlag und nach dem Urteil der Leute dem Tode sehr nahe war, antwortete Paracelsus dem Gesandten des Königs, dass es ihm nicht möglich sei, dem Wunsche sofort nachzukommen, wegen vieler Arbeit, die er beim Volke noch in seinem Berufe zu verrichten habe. Daher möge der Gesandte wieder nach Wien zurückkehren, um sich und den König nicht aufzuhalten und dem König wörtlich bekanntzugeben, dass Doktor Theophrastus weder auf einem Pferd noch auf einem Wagen reise und dass er nichts brauche und benütze, was nicht notwendig sei; dass er ihn aber nicht vergeblich und ohne Not werde warten lassen und im Gasthaus keine Zeit verlieren werde, sondern sich bei ihm ein finden und ihm durch den Willen Gottes in seiner Krankheit helfen werde." |
Aurum potabile - flüssiges Gold
Die
Verleumdung der Natur ist nach Paracelsus das Hauptgebrechen
der damals bekannten Medizin. Die ausschliessliche Betonung
des scholastischen Studiums alter Quellen verhindere die
,,Erkenntnis des Himmels und der Erde durch den Arzt.
Es
sind zwei Kreaturen im Menschen, die sterbliche und die ewige.
Darum ist es das Wesentliche, diese Geschöpfe recht zu erkennen.
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"Was
innen ist - das ist auch aussen"
Paracelsus Darstellung
über die Abhängigkeit
und Verbindung des Menschen mit dem Kosmos.
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Er
stützt sich mit diesen Aussagen auf seine Erfahrungen jahrelanger
Wanderschaft, auf seine Beobachtungen und Erlebnisse als Wundarzt in Kriegen und als herumziehender Doktor am Krankenbett. Dabei scheute er sich nicht, "allein bei den doctoren, sondern auch den scherern, badern, gelerten erzten, hebammen, kundigen weibern, schwarzkünstlern, so sich des pflegen, bei den alchimisten, bei den klöstern, bei edlen und unedlen, bei den gescheiten und den einfeltigen" zu lernen. |

Die Chymische Hochzeit als Einweihungsweg
"löse und verbinde - solve et coagula"
Allegorische Darstellung
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Petasites
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Pestwurz
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"Arcana"
- Die "Quinta Essentia"
Foto: Pflanze und Kristallisat
aus spagyrischer Urtinktur
Der
Arzt ist ein Knecht der Natur,
und Gott ist der Herr der Natur,
der Arzt ist der Handlanger Gottes.
...Gott hat sein Macht in Kräutern gegeben,
in Stein gelegt, in die Samen verborgen,
in dem selbigen wollen wir nemen und suchen.
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Die Bestimmung des Arztes ist für ihn definiert von der Bedürftigkeit, der Gebrechlichkeit, der Mannigfaltigkeit des Menschen. ,,Der Arzt ist also von Gott ausersehen und herausgehoben, dem bedürftigen Menschen zu helfen. Und was macht dieser Arzt statt dessen? Geschäfte'" Deshalb die groben Wutausbrüche: Darum ihr Aerzte, wollt ihr Aerzte sein, so seid rechtschaffen, nicht wie Säue im Acker mit den Rüben umgehen. Ihr sollt umgehen mit dem Menschen, der Gottes Kreatur ist. Es gibt keinen Grund, hochmütig und eingebildet zu sein. |

Der Garten des Kosmos
,,Denn
es ist das Amt des Menschen, dass er die Dinge erfahren und nicht blind
darin sein soll!" Als Stadtarzt von Basel und erster Professor der Universität,
der in deutscher Sprache dozierte, liess er verlauten, dass er aus der
Natur der Dinge und aus eigenen Erfahrungen lehren werde und als
"wahrer Arzt" die blendenden Doktortitel gering schätzen.
"Wer heilt, hat recht"
möchte man meinen, doch seine unablässige Kritik an der Aerzteschaft,
die ihr Wissen aus Büchern nahm und dieses
,,endlos herunterleierte und nachplapperte"
und die er in seinem umfangreichen Schriftenwerk mit groben Wutausbrüchen
und unflätigen Beschimpfungen dauernd attackierte - seine polemische Phantasie
war darin unerschöpflich - diese und andere ,,Ungeheuerlichkeiten genügten,
dass die Medizinische Fakultät ihn nicht anerkannte und verfolgte.
Schliesslich warf er am Johannisfest 1527
die klassischen Medizinschriften demonstrativ ins Feuer,
was dazu beitrug, dass er die letzten Lebensjahre bis zum Tod in Missachtung,
Verbitterung und Verarmung verbrachte. Sein Hass und seine Wut waren grenzenlos.
Doch sein philosophisch-medizinisches Sendungsbewusstsein war geradezu fanatisch.
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1574
,,Der
Arzt darf nicht allen Kranken das gleiche Lied Singen"
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Die
Krankheiten bezeichnete Paracelsus meistens nicht klinisch,
nicht anatomisch, sondern nach ihren Heilmitteln. So hat eine jegliche Krankheit seine Arzeney." Eine den ganzheitlichen Menschen ansprechende Betrachtungsweise, die später von Samuel Hahnemann wieder aufgegriffen wurde, der das phänomenologische Denken der Homöopathie prägte. |
Hippokrates (460 v. Chr.) und Galen (131-201 n. Chr.)
,,Folgt nicht Galen,
nicht Hippokrates, nicht Rhazes, folgt nicht eurer Geldgier,
nicht eurem Machthunger. Eure einzige Schulmeisterin sei die Natur!
Sehen müsst ihr, nicht sinnieren, nicht berechnen, sondern sehen!
Sehen mit den Augen des Geistes, wenn die Natur uns erleuchtet.
Denn das will ich bezeugen mit der Natur. Die Natur ist der wahre Arzt.
Horche auf den Gesang der Natur. Gehorche ihren Wirkungen.
Nur so kannst du heilen", scheint
er jedem Mediziner zuzurufen.

Paracelsus ist eine der faszinierendsten
Gestalten der Medizin- und Geistesgeschichte.
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Seine Biographie gleicht einer Parabel, welche die Erkenntnis vermittelt, dass das unheilvolle Festhalten an Altvertrautem und Bewährtem, welches jeden Fortschritt als Bedrohung erscheinen lässt - und dessen Überwindung gleichbedeutend ist mit Schmerz, Leid, Kampf, Unsicherheit und ähnlichen Begleiterscheinungen, die jeder soweit als möglich zu vermeiden trachtet - stets stärksten Widerstand auslöst und Abwehrmechanismen in Gang setzt, die zu tragischen Enttäuschungen im Leben unzähliger Geistesgrössen führten, welche zu neuen Ufern aufbrechen wollten. Darüber weiss beispielsweise auch Albert Einstein ein Lied zu singen: ,,Geistige Grössen begegnen immer gewaltigem Widerstand von weniger begabten Köpfen" Auf diese Weise wird der wahre Fortschritt höchstenfalls hinausgezögert, jedoch nicht verhindert. Und in diesem Sinne kommt wiederum ein wohlbekannter Ausspruch Paracelsus zum Tragen - um mit Paracelsus Worten zu enden: ,,Alle Dinge sind Gift und kein Ding ist ohn Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Keine Krankheit ist so gross, dass Gott nicht eine Arzeney wider sie geschaffen hätte...". Somit war er auch ein Pionier der Biochemie und angewandten Pharmazie. Ob Paracelsus hinsichtlich seiner unerschöpflichen Vielseitigkeit von seinen Nachfolgern verstanden oder missverstanden wurde, bleibt wie er selbst bis heute ein Rätsel. Gewiss ist nur, dass seine fortdauernde und noch heute bestehende Aktualität dafür spricht, dass auch für die moderne Wissenschaft kein Weg an seiner Persönlichkeit vorbeiführt. Sein Lebenswerk ist ein Aufruf, unermüdlich an den Geheimnissen des Lebens weiter zu forschen. Nichts ist geschaffen, was nicht vom Menschen zu ergründen wäre. Keine Kunst wird uns von Gott gegeben, die nicht in sich die Notwendigkeit ihrer Vollendung trüge" |
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Alchymia
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Aeskulap
oder Asklepios
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Göttin
der Naturgesetze
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Gott
der Heilkunst
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Hippokrates von Cos, Vater der Medizin.
Erkannte als erster das "Ähnlichkeitsgesetz" als
Natur- und Heilgesetz - Similia similibus curentur.
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Hippokrates
kannte eine Vielzahl von Infektionskrankheiten,
zumindest als Einzelfälle: Mumps und Malaria, verschiedene Durchfallerkrankungen, die mit Fieberschüben und Tenesmen einhergingen und mit Schweissausbrüchen, wie sie bei der Bazillenruhr beobachtet werden; ferner Malaria, vielleicht auch Diphtherie, Tuberkulose, Influenza und Fleckfieber. Mit Masern und Pocken scheint Hippokrates jedoch nicht vertraut gewesen zu sein. Obwohl diese bereits bei den Ägyptern nachgewiesen waren. Dafür wusste Hippokrates umsomehr, welche Rolle Tiere bei der Übertragung von Krankheiten spielen können, etwa von Kühen, die an sumpfigen Wiesen grasen. |
Der
Eid des Hippokrates von Cos
5. Jahrhundert v. Chr.
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Ratschläge
und Vorlesung und alle übrige Belehrung will ich Meine
Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken Was
ich bei der Behandlung oder auch ausserhalb der Behandlung |
Moses
(3400 vor Chr.)
Es ist wiederum Samuel Hahnemann, welcher auf Moses,
einem
der ältesten Denkmäler der Geschichte verweist.
Dieser berichtete vor 5400 Jahren im dritten
Buche, 13. und 21. Kapitel, von den Körperfehlern, die ein
zu Opfern bestimmter Priester nicht an sich haben dürfe
von der bösartigen Krätze, der PSORA AGIA .
Die Krätze,
scheint grosso modo, eine der ältesten
bekannten Krankheiten in der Geschichte der Menschheit zu sein,
von denen wir schriftliche Quellen besitzen.
Hahnemann nennt die Veranlagung zu chronischen Krankheiten "Psora":
"jene älteste, allgemeinste, verderblichste und dennoch am meisten
verkannte,
chronisch-miasmatische Krankheit, welche seit vielen Jahrtausenden die Völker
verunstaltet und peinigte, seit den letzten Jahrhunderten aber die Mutter aller
der Tausende unglaublich verschiedener (akuter und) chronischer (unvenerischer)
Übel geworden ist, von denen jetzt das kultivierte Menschengeschlecht
auf der ganzen bewohnten Erde mehr und mehr heimgesucht wird."
(S. 11 CKH)
PSORA
siehe unter "Krankheiten"
Samuel
Hahnemann
Seine Beiträge zur Medizingeschichte
sind auf der Seite "Homöopathie"
ausführlich dargestellt.

Christian
Friedrich Samuel Hahnemann
1755 - 1843
"Es
ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind
und die Klugen so voller Zweifel"
Bertrand
Russel